Pfarrbeschreibung 1831

Pfarrbeschreibung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Zirndorf aus dem Jahr 1831.

Pfarrbeschreibungen sind wichtige Zeugnisse des Lebens in den und facettenreiche Schlaglichter auf den Alltag und das, was die Menschen in der jeweiligen Zeit bewegte. Eine umfangreiche Pfarrbeschreibung der evangelischen Kirchengemeinde in Zirndorf wurde von Pfarrer und Dekan Johann Friedrich Gustav v. Seiffert im Jahr
1831 verfasst.Das Original ist nicht nur wegen der damals gebräuchlichen Sütterlin- Handschrift schwer zu lesen, sondern auch wegen der manchmal extrem kleinen und engen Buchstaben. Rektor i.R. und KMD Wolfgang Schmidt hat 2006 die Pfarrbeschreibung aus dem Jahr 1831 in zeitgemäßer Schrift Seite für Seite in den PC übertragen.

Das Original der Pfarrbeschreibung befindet sich im Landeskirchlichen Archiv der Evang.-Luth. Kirche Bayern in Nürnberg.

 

Beschreibung
der
Pfarrei Zirndorf
verfaßt
von
dem 1 ten Pfarrer und Decan
Johann Friedrich Gustav v. Seiffert
1831

 

Vorwort
Die gegenwärtige Beschreibung
der ansehnlichen Pfarrei Zirndorf
wurde von mir hauptsächlich aus den
Urkunden der ältern Pfarr Registra-
tur angefertigt. Oft fanden sich die
erforderlichen Notizen zerstreut nur
auf abgerißenen Blättern ver-
zeichnet und an Orten aufbewahrt,
wo man sie kaum hätte suchen sollen.
Mit vieler Mühe brachte ich das
Gefundene zur leichtern Uebersicht
in eine chronologische Ordnung,

 

eine Arbeit, die mir ohne Zweifel
die Amts Nachfolger danken werden.
In der Anordnung des Ganzen
habe ich übrigens die Bestimungen
vor Augen gehabt, welche die Koenig-
liche Regierung des Rezatkreises im
Jahre 1831, über diesen Gegen-
stand erlaßen hat.

Der Verfaßer

Beschreibung
der
Pfarrei Zirndorf.
I. Aeltere Geschichte.
Fundation der Pfarrei:
Die Fundation der Pfarrei Zirn-
dorf ist unbekannt. Zu älteren Zeiten
war das Pfarrlehen dem Eichstädtischen
Domkapitel zuständig, folglich wäre
der Ursprung oder die Stiftung der
Pfarrkirche in dem Domkapitels-
Archiv  zu Eichstädt aufzusuchen. In
der älteren Pfarr-Registratur fin-
-det sich eine Pfarrbeschreibung

 

vom Jahre 1578, von dem damaligen
Pfarrer Caspar Craemer aufgesezt,
vor, in welcher es wörtlich heißt:
„Das ganze Corpus dieser Pfarrei Zirn-
dorf ist vor Jahren, demThum Capitel
Aichstett zu Lehen gangen, wie dann
die fürnehmsten und besten Zehenden,
so zur Pfarrey gehöret, von bemeldten
 Lehenherren der Pfarr entzogen, uff
genannte gewiße Gült zu Lehen-
Bürgern und Bauern verkauft, welche
Gült noch jährl: gen Nürnberg uff
des Capitels Kosten gewahret, um
zu gewöhnlichen Fällen vom Capitel
empfangen und Handlohn geben müßen.
Was aber noch für Einkommen jetziger
 Zeit vorhanden, haben sie einem
Pfarrer als Vicario des rechten
Pfarr-Herrn, welcher ein Thumherr
 zu Aichstett gewesen, daß er die

 

Pfarr versehen, gelaßen, wie denn
solcher Thumherrn Einer, Etlicher
Pfarrer Einkommens  gehabt.
Der letzte Thumherr, so die Pfarr
verliehen noch nach dem neuen
Krieg, ist gewesen ein Közler,
ein Geschlechter von Nürnberg;
der letzte Pfarrer, von ihm be-
lohnt, Herr Jacob Weylhammer,
so in die 28. Jahr Pfarrer gewesen.
Jedoch hat der Schutz dieser
Pfarrey meinem gnädigsten
Fürsten und Herrn, dem Marg-
grafen zu Brandenburg gehört.“
Warum aber in der hiesigen Pfarr-
Registratur keine ältern Docu-
mente sich vorfinden, erläutert der
Pfarrer Craemer in seiner er-
wähnten Beschreibung vom Jahr

 

1578., durch die Bemerkung:
„dass vor 46 Jahr / also im Jahre
1532 / eine große Brunst geschehen,
da neben dem halben Dorf auch
das Pfarrhaus  zu Grund gangen,
und zugleich das rechte Pfarr-
Register verbrunnen.“
Wegen dieses Mangels an frühern
Nachrichten kann auch das Alter der
Pfarrkirche nicht bestimmt angegeben
werden. An der Abendseite des
Thurms befindet sich zwar die Jahrzahl
1412., und an einem Pfeiler hinter
dem Altare die Jahrzahl 1481., aber
beide Inschriften beurkunden wahr-
scheinlich nur die Erstern den Bau
der gegenwärtigen Kirche, und die
Leztere die Stiftung des alten
Altars. Die frühere Kirche muß
viel älteren Ursprungs seyn,

 

was daraus hervorgeht, daß die ältere
Kirche die Rochuskirche geheißen haben
soll, die gegenwärtige aber die
St. Clemenskirche in den vorhandenen
Urkunden genannt wird.
Im Jahre 1702, wurde die Kirche
beträchtlich erweitert, und an der
Emporkirche mit Tafelgemälden
verziert, welche das ganze Leben
Jesu, von seiner Geburt an bis zu
seiner Auferstehung enthalten.
Durch diese Erweiterung erhielt die
Kirche ihre gegenwärtige geräumige
helle und freundliche Gestalt, obgleich
die Gebilde selbst für den Kenner
ohne Kunstwerth sind.
Die Kosten zu dieser Erweiterung und
Verschönerung wurden größtentheils
durch die Beiträge der Kirchenge-
noßen bestritten, deren Namen nebst
den von ihnen gespendeten Gaben
eine zusammengelegte, hinter dem Altare

 

angebrachte Tafel enthält. Der gegen-
wärtige Hochaltar wurde im Jahre
1720., von dem Kaufmann Johann
Georg Benz aus Ansbach und seiner
Gattin Anna Barbara, die nachher
ihr Domizil dahier nahmen, gestiftet.
In der Kirche nahe  an der Kanzel
befindet sich nur ein einziges Grabmal
mit einer oberhalb desselben hervor-
ragenden Fahne. Dieses Grabmal
dekt, wie eine eingemauerte weit-
läufige Inschrift besagt, die Gebeine
des Johann Wilhelm Christooph Frei-
herrn von Preising, des Stifts Frei-
sing Erbschenk, welcher als fürstl.(icher)
Brandenburg.(ischer) Onolzbach.(ischer), geheimer
Rath, General-Major und Commandant
der Festung Wülzburg, am 19.Septbr,
1710., in dem Feldlager bei Fürth
am Schlagfluße starb, und deßen
Leichnam wegen seiner dem Hause

 

Brandenburg – Onolzbach in die 30.
Jahre lang treu geleisteten Dienste
hieher in die Kirche nach Zirndorf,
auf Befehl des damaligen Mark-
grafen, Wilhelm Friedrich, unter
großer Leichenbegleitung gebracht
wurde.

                       II.

Umfang der Pfarrei:
Vor der Reformation muß der
Umfang der Pfarrei Zirndorf sehr
groß gewesen seyn. Die gegen-
wärtige schöne Pfarrei Vach, zwei
gute Stunden von hier entfernt,
war in ältern Zeiten ein Filial
von Zirndorf, wurde aber im
Jahre 1422., davon getrennt und zu
einer eigenen Pfarrey erhoben.
Gegenwärtig gehören folgende Ortschaften

      zum Pfarrsprengel:
A.    im Landgerichtsbezirk Nürnberg:
1.)    Zirndorf, der Sitz des Pfarramtes und
des damit verbundenen Dekanats, mit
einer zweiten Pfarrstelle. Seelenzahl
1607., darunter 132. Juden, die eine
eigene Synagoge mit einer Religions-
und Elementarschule haben.
2.)Altenberg, mit 56. Seelen.
3.) Alte Veste mit 21. Seelen.
4.) Dambach, zur Hälfte, die andere
      Hälfte gehört nach Fürth, mit 85. Seelen .
5.) Kreutles, mit 45. Seelen.
6. Neue Mühle, mit dem Wirthshause,
            27. Seelen.
7.) Oberasbach, Filial und einer Kirche, in
welcher außer der Kirchweihpredigt
alle 4. Wochen Predigt, Gottesdienst,
und von Ostern bis Pfingsten jeden
Mittwoch eine Kinderlehre für die
Confirmanden gehalten wird mit 201. Seelen.

 

8.) Oberweihersbach, mit 90. Seelen.
9.) Stein, Fabrikort, mit 649. Seelen,
      darunter 54. Katholiken.
10. Unterasbach, mit 74. Seelen.
11.) Unterbuch, mit 88. Seelen.
B.) im Landgerichtsbezirk Cadolzburg:
12.) Anwanden, mit 68. Seelen,
13.) Banderbach, mit 128. Seelen,
14.) Bronnamberg, in alten Urkunden
       Bronn am Berg mit 102. Seelen.
15.) Leichendorf, mit 104. Seelen.
16.) Lind, mit 28. Seelen.
17.) Rehdorf, mit 59. Seelen.
18.) Weiherhof, mit 57. Seelen.
19.) Wintersdorf, mit 99. Seelen.
    C.) im Landgerichtsbezirk Schwabach:
20.) Unterdeutenbach, mit 65. Seelen.
Unter diesen Ortschaften sind die
    merkwürdigsten:

 

1.) Zirndorf liegt in einer anmuthigen
und sehr bevölkerten Ebene, eine Stunde
von Fürth und 1 ½ Stunden von Nürnberg
entfernt. Zirndorf selbst gehörte früher
immer zum Amte Cadolzburg, seit der
         neueren  Aemter – Organisation wurde
es mit den oben angegebenen Orten
dem Kgl :(ichen) Landgerichtsbezirk Nürnberg
zugetheilt, die von Nr0: 12. bis 19.
aufgeführten Ortschaften blieben
jedoch unter der Gerichtsbarkeit
des Koenigl:(ichen)  Landgerichts Cadolzburg.
Das im Jahre 1800., von Langenzenn
hieher verlegte Dekanat hatte früher
einen sehr ausgedehnten Sprengel, der
nicht nur die außerhalb des Stadtge-
bietes um Nürnberg herum liegenden
Pfarreien mit Einschluß von Mögel-
dorf, sondern auch den größten Theil
der jetzt zu dem Dekanat Mt: Erlbach (?)
gehörigen Pfarreien, um selbst

das nur 2. Stunden von Ansbach ent-
legene Vestenberg umfaßte.
Nach einer erAst im vorigen Jahre vor-
genommenen Zählung beträgt, wie schon
oben bemerkt, die Gesamtzahl aller
Einwohner Zirndorfs 1607. Seelen, näm-
Lich 1463. Lutheraner, 11. Katholiken, 1. Refor-
mirten und 132. Juden.
Leztere haben, wie gleichfalls schon be-
merkt ist, eine eigene Synagoge und
Elementar-Schule.
Die Häuserzahl beläuft sich, außer der
Kirche, auf 165. worunter sich zum Theil
ansehnliche Gebäude befinden, die man
nicht leicht schöner auf dem Lande
antreffen wird. Ueberhaupt ist der
Ort gut gebaut, hat ziemlich breite
Und reguläre Straßen, und gleicht mehr
Einem Städtchen als einem Dorfe. Nur
vermißt man bei der freundlichen äußern
Lage die gehörige Reinlichkeit. Die häufig
an den Häusern angebrachten Dung-

 

stätten und Abtritte  machen einen wider-
lichen Eindruck auf die Fremden, und
stehen im schroffen Contrast mit
der neueren über die Verschönerung
er Orte erlassenen Verordnung.
Die Einwohner Zirndorfs und der
meisten eingepfarrten Orte nähren sich
vorzüglich von Acker- besonders Tabak-
bau und Viehzucht.
Unter den Gebäuden ist außer der
schönen  großen und frendlichen Kirche,
bemerkenswerth das – im Jahre
1822., gänzlich abgebrannte, nachher aber
weit solider und feuerfester aufge-
baute mit weitläufigen Kellern
versehene Klein´sche Bräuhaus mit
Essigsiederei und Brandweinbrennerei.
Dieses beträchtliche Bräuhaus setzt jähr-
lich, das viele weiße und braune Winter-
Bier nicht gerechnet, nur allein an
Sommer- oder Lagerbier über 6000.

 

Eimer ab, das in der ganzen Um-
gegend verführt wird.
Von den beiden hiesigen Ziegelbrenn-
ereyen liefert besonders die ältere
gute Waare, und hat starken Absatz.
Die hier gefertigten aus Holz geschnittenen
Tabakköpfe werden duzendweise an die
Fabrikanten in Nürnberg und Fürth ge-
liefert . Derselbe Fall ist es mit den-
von den hiesigen Horndrechslern ver-
fertigten Tabackrohren. Auch die Stein-
brüche in der hiesigen Gegend sind
beträchtlich und beschäftigen täglich gegen
30. Arbeiter.
2.) Der Weiler Altenberg, 1 ½ Stunde
von Nürnberg und eine kleine halbe Stunde
von Zirndorf, an der frequenten Nürn-
berger – Rothenburger Straße, welche
dicht an dem Orte vorbeiführt.
Dieser Ort war im Jahre 1632., der

 

 

Mittelpunkt des 2 ½ Meilen im Umfang
gehabten Wallensteini:(schen) Lagers , in welchem
Altenberg, die alte Veste, Kreutles, Unter-
asbach und Zirndorf eingeschloßen
waren, und an deßen Verschanzungen
heute noch sehr erkennbare Spuren
zu sehen sind. In Altenberg hatte der
damalige  Churfürst von Bayern,
Maximilian, sein Hauptquartier;
das Zelt Wallensteins befand sich im
südlichen Theile des stark befestigten
Lagers zwischen Kreutles und Unter-
asbach. Im 12ten und 13ten Jahrhdt: er-
scheinen in  der Geschichte die Herren
von Berg als freie und rechtmäßige
Besitzer des Ortes Altenberg, in welchem
damals schon ein befestigtes Schloß
und ein Frauen-Kloster gestanden
hat, welch lezteres in der Folge nach
Nürnberg verlegt worden ist.

 

Im Jahre 1292., hat Burggraf Friedrich
III. die alte Veste und Altenberg um
1402. (Pfd. ?) Heller von Heinrich von Berg,
Schuldheißen zu Nürnberg, kaeuflich
an sich gebracht, und einen Vasallen
damit belehnt. – Mehrere Auskunft
über diesen sehr merkwürdigen,
auch in Schillers Beschreibung des
30. jährigen Krieges vorkommenden Ort
giebt die Chronik von Altenberg, welche
sich jetzt noch in dem Besitz einer Patri-
zier-Familie zu Nürnberg befinden soll.
3.) Eben so merkwürdig in der Ge-
schichte dieses  verheerenden Krieges
ist die Ruine bei Zirndorf, die
Alte Veste genannt, durch den kühnen
und mö(r)derischen Angriff, welchen Schwe-
dens  großer König Gustav Adolph hier

 

auf das verschanzte Lager Wallensteins
am 24. August 1632., jedoch fruchtlos,
unternahm. Noch gegenwärtig findet man
um die alte Veste herum unter der
Oberfläche des Erdbodens Helme, Kugeln,
Waffen, Münzen, u.s.w.
Die Zerstörung der alten Veste fällt
in das 14te Jh:, in die Zeit des sogenann-
ten Städte - Krieges, der zwischen
den Fürsten und den freien Städten
geführt wurde.
An dem – in der Schloßruine auf der
alten Veste befindlichen runden Stein, ins-
gemein der Schwedentisch genannt,
soll Gustav Adolph, als er am 18.
Septbr: das Lager besah, ein Gabel-
frühstück eingenommen haben.
In dem – in der neuesten Zeit ungemein
zahlreich besuchten Gesellschaftsgarten
auf der alten Veste, in deßen Nähe
das Forsthaus steht, hat man eine
herrliche Aussicht.

 

Außer vielen anmuthigen Dörfern und
kleinen Orten hat man vor sich Fürth,
rechts Nürnberg, und im Hintergrund
Erlangen.
4.) Der volkreiche und nahrhafte Fabrick-
ort Stein an der durchfließenden
Pegnitz gehört mit unter die merk-
Würdigen Orte der hiesigen Pfarrei.
Durch ihn geht die aeußerst lebhafte
Hochstraße von Nürnberg nach Ansbach.
An ihn lehnte Wallenstein seinen rechten
Flügel. Stein hat 3. Glasschleif- und
Spiegel - Polierfabriken, 2. noch gegen-
wärtig bedeutende Bleistiftfabricken
und 1. Papierfabrick.
5.) Endlich verdient noch der an sich
unbedeutende  Ort Bronnamberg – nach
den ältern Urkunden Bronn am Berg-
einer Erwähnung, weil die Stifterin des
noch in Nürnberg bestehenden beträchtlichen
Stipendiums, die Kaufmanns - Wittwe
Elisabtha Krauß im Jahre 1569., daselbst

geboren ist. Als ein armes Mädchen
kam sie schon im 10. Jahre ihres Alters
nach Nürnberg in Dienste, führte sich
rechtschaffen auf, und erwarb sich durch
ihr gutes Betragen die Neigung eines
dortigen reichen Kaufmanns, Namens
Conrad Krauß, der sie im 29. Jahre
ihres Alters heirathete, und ihr vor
seinem Tode sein ganzes beträchtliches
Vermögen vermachte, welches mit
Einschluß der 6. Häuser, die er eigen-
thümlich in der Stadt besaß, die da-
mals sehr ansehnliche Summe von
127,175  (?.) 52. (?), betrug. Davon legirte
sie außer andern wohlthätigen Ver-
mächtnisten 62,575 (?.) als ein Stipen-
dium für 10. die Theologie studierende
Jünglinge, mit der Bestimmung. dass
Jeder derselben von den davon
abfallenden Zinsen auf 4. Jahre
lang 325 (?.), naemlich für das erste
Jahr 50 (?.) – für das zweite 75 (?.)

für das dritte 100 (?.) und eben so viel
für das vierte Jahr erhalten, und
daß bei der Anmeldung um dieses
schöne Stipendium nicht blos auf
Nürnberger Stadt- und Landkinder,
sondern auch besonders auf solche
Individuen Bedacht genommen wer-
den soll, die von Cadolzburg und
deßen Amtsbezirke abstammen.

                     III.

          Ordnungsfolge der Pfarrer

So lange, wie oben bemerkt, das
Pfarr – Lehen dem Eichstädti(schen) Domkapitel
zuständig war, kommen nach den Ur-
kunden der ältern Pfarr - Registratur

folgende Pfarrer vor:
Im Jahr 1469., Benedikt Herbst,
 „     „    1481., Heinrich Dürnpaeinter,
 „     „    1489., Erhard Vincenz.,
Der erste evangelische Geistliche war:
1526., Lorenz Walther., Diesem sind
        gefolgt:
1532., Jacob Weilhammer,
1554., Andreas Eck,
1555. Abel Salinger,
1571., Caspar Craemer, vorher Pfarrer
          zu Trautskirchen. Wurde wegen
          ärgelichen Lebenswandel seines
         Amtes entsetzt.
1587. David Weidmann, vorher Caplan
         zu Cadolzburg. Wurde wegen
         Zänkereyen mit der Gemeinde
          1594., dimittirt.
1594., M. Johann Bermuth, Pfarrer
          zu Neßelbach.

1615. Caspar Herbst, ältester Diakon
    zu Ansbach. Hat mit Nürnberg
    wegen einiger eingepfarrten
Orte und etlicher Zehenten viel
        Streit gehabt.
1649. Andreas Herrmann Zech, Pfarrer
    zu Weißenbronn. Wird wegen
    ärgerlichen Lebenswandel 1660.
    kaßirt und stirbt 1665. zu Straß-
burg im Elend.
1660. Johann Laubinger, Pfarrer zu Schwand.
1665. Caspar Cammerer.
1686. Leonhard Fischer, von Schwabach
    gebürtig, vorher Pfalz Veldens (lich) ? –
Prediger. Wurde wegen ärger-
lichen Lebenswandel und vielen
Streitigkeiten mit der Gemeinde
demittirt. Seine gedruckte sehr
kräftige Abschieds – Predigt befindet

1708. Johann Adam Baumann, Pfarrer
        zu Pfofeld.
1720., M. Johann Frieß, mit den Prädi-
    kat eines Prodechants, vorher Stifts-
    Caplan zu Ansbach. Wurde 1723. zum
    Dekanat Feuchtwang befördert.
1723., M. Johann Georg Pachelbel, Con-
    rektor zu Ansbach, mit dem
    Prädikat eines Prodechants.
1730., Heinrich Sigmund Faber, zweiter
    Stifts  Kaplan zu Ansbach, mit gleich-
    mäßigem Prädikat, ein sehr ver-
    dienter und accurater Geistliche.
    Seinen verfertigten hoechst voll-
    ständigen Zehentbeschreibungen mit
    schätzbaren Bemerkungen, sowie
    seiner hinterlaßenen Chronik, von
    der es unendlich zu beklagen ist,
    daß sie von den Amtsnachfolgern nicht

    fortgesetzt wurde, verdanke ich
    größtenteils die Notizen zu der gegen-
    wärtigen Pfarrbeschreibung.
1757. Johann Andreas Zindel, vorher
    Hof - und Stifts Caplan, auch Ehe-
    gerichts - Aßeßor zu Ansbach, eben-
falls mit dem Prädikat eines
        Prodechants.
1782. Johann Jacob Schaezler, vorher
    Pfarrer zu Diebach, mit dem-
    selben Prädikat.
1796., D. Johann Georg Friedrich Pabst,
    vorher Profeßor der Philosophie
    zu Erlangen mit gleichem Prädikat.
    Unter ihm kam 1800., das bisher
    In Langenzenn gewesene Dekanat
    hieher, und er wurde nun wirk-
    licher Dekan und im Jahre 1811.,
    zugleich Distrikts – Schulen - Inspek-
    tor.

 

1822.,    Johann Friedrich Gustav Seiffert,
    vorher Dekan und Distrikts – Schulen-
    Inspektor zu Mt: Thalmeßingen.

IV.
Folge der Diakonen:

Der große Umfang des aus den oben angeführten
eingepfarrten Ortschaften bestehenden Pfarrsprengels
machte die Errichtung einer Kaplanei – jetzt zweiten
Pfarrstelle – eben so nothwendig, als dieß der
Fall bei Roßstall, Langenzenn und Kadolzburg
war. Der Pfarrer Benedikt Herbst hat noch vor
der Reformation eine Frühmeß – oder Kaplanei-
Stelle mit Rudolph, Bischofs zu Würzburg, Bestätti-
gung, und unter Vorbehalt des Brandenburg(gischen) Pa-
tronats Rechts im Jahre 1469 gestiftet.
Zur Zeit der Reformation, ungefähr um das
Jahr 1530 war Frühmesser oder Kaplan

Veit Mund; diesem folgten:
1542  Eberhard Beheim.
1545  Johann Teußlein.
1562. Caspar Craemer.
1566. Adam Lang.
1585  Benedikt Loeffellad.
1594  Albrecht Braun.
1605  Leonhard Bechermeyer von Schwabach
        gebürtig.
1605  also in demselben Jahr Nicolaus Gey-
    mann oder Glymann, vorher Kaplan
    zu Langenzenn.
1618  Martin Stoecklwein, von Heilsbron. Starb
    zu Nürnberg, wohin er wegen der ver-
    wüstenden Kriegsunruhen geflüchtet war.
    Sämmtlich vorstehende Männer haben zugleich
    den Schuldienst dahier mit versehen. Nach
Stöckleins Tode blieb die Kaplanei wegen
    fortdauernder Kriegsunruhen und mangeln-
    der Besoldung eine geraume Zeit, der in den
    Jahren 1675 und 1708 geschehenen Vor-
    schläge ohngeachtet, unbesetzt, bis im Jahr
   1715  Johann Philipp Hauck, vorher Pfarrer
    zu Petersaurach, als Kaplan hierherkam, aber

 

wegen vieler Mißhelligkeiten mit dem Pfarrer
und der Gemeinde nach Weisenbronn versetzt
wurde. Ihm folgte
1722  Joh. Ulrich Casimir Eberhard, vorher
    Pfarrer zu Dentlein am Forst. Zwischen
    diesem friedliebenden Mann und dem da-
    maligen Pfarrer, Prodechant M. Joh. Frieß,
    wurde sowohl wegen der Kirchenverrichtungen,
    als der Accidenzien eine besondere noch be-
    stehende Uebereinkunft errichtet ( ? ) , die auch die
    Bestättigung des fürstl. Consistoriums erhielt.
    Er starb dahier 1716 den 25.ten April.
1746  Joh. Christian Heinrich Brand. ------ . ------
1755   Joh. Jacob Steinhaeußer kam  1472 nach
    Hohentrüdingen  wogegen  der dortige
    Pfarrer
1742  Joh. Jacob Eisen als Kaplan hieher ver-
    setzt, aber schon nach 2 Jahren zum Dekanat
    Langenzenn befördert wurde.
1774  Joh. Gg Biberbach, deßen vieljährige
    Dienste dahier mit Verleihung der Pfarrei
    Wendelstein belohnt wurde.
1801   Franz Gottfried Zinn vorher Pfarre
    zu Eckersmühlen. Kam nach Bruck.

 

1810.  Carl Wißmüller, vorher Diakon zu
Nürnberg, wohin er wieder zurückging.
      1817.  Georg Christoph Sigmund Esper, vorher
      Pfarrer zu Rügland.

                                V.
                         Schulen der Pfarrei.
In den ältesten Zeiten, wie schon oben bemerkt
ist, wurde die hiesige Schule von dem jedesmaligen
Kaplan mit versehen. Dermalen bestehen in dem
Pfarrsprengel 4 Schulen, 2 zu Zirndorf, 1 in
Oberasbach und 1 in Oberbuch.

                     VI.
                     Stiftungen der Pfarrei.
Die Pfarrei Zirndorf erfreut sich noch gegenwär-
tig mancher schönen und wohlthätigen Stiftungen,
deren Gründer eine ehrenvolle und dankbar e
Erwähnung in dieser Beschreibung verdienen.
Es sind folgende:
1.)    Der gewesene Kauf- und Handelsmann
Andreas Kraft zu Nürnberg vermachte in seinem,

den 8t. April 1726 gerichtlich aufgenommenen Testa-
mente der hiesigen Kirche ein Kapital von
500 fl. (?) mit der Bestimmung:
„ daß die hiervon abfallenden Zinsen jährlich am
Andreastage unter die Hausarmen in Zirndorf
unter Zuziehung des jedesmaligen Pfarrer,
dem wegen der deshalb habenden Bemühung ein
Speciesdukaten von solchen Zinsen zu geben ist,
vertheilt werden sollen.“
2.) Eben so vermachte die Ehegattin des damaligen
Hochfürstl. Brandenburg(ischen) Hof – Cameriers  Chri-
stian Wolfgang Ulrich zu Ansbach in ihrem ,
den 22 t Julius 1735 erichteten Testamente ein
Legat von 600 fl. (?) - ? – in das Gotteshaus zu Zirn-
dorf mit dem Bei….(?):
„daß jährlich die davon abfallenden Zinsen, nach-
dem zuvor jeder von den beiden Geistlichen
für seine Bemühung 1 fl. 30 (?), jeder von
den beiden Heiligen – Pflegern aber 30 (?),
mithin alle  vier 4 fl. (?) haben und bekommen
sollen, unter lauter in Zirndorf wohnenden
Wittfrauen proportionierlich am Annatag
 in der Kirche ausgetheilt werden sollen.“

3.) Ein unvergängliches Denkmal errichtete sich durch
eine höchst wohlthätige Stiftung der im Jahre 1798
den 30 t. Juli dahier verstorbene Schneidergeselle
Johann Georg Brückner aus Hildburghausen
gebürtig. Während er hier einige Zeit in Arbeit
gestanden hatte, kam er als Bedienter zu einem
angesehenen und reichen Patrizier in Nürnberg.
Durch seine gute Aufführung und durch die sorgfäl-
tigste Aufmerksamkeit auf seinen Herrn er-
warb er sich dessen Gunst in so  hohem Grade, daß
er in seinem Testamente diesen treuen Diener
mit einem beträchtlichen Vermächtnisse bedachte.
Nach dem Tode seines Herrn verheurathete er
sich mit der Köchin desselben, die ebenfalls ein
ansehnliches Legat erhalten hatte, schlug seinen
Wohnsitz dahier in Zirndorf auf, und vermachte
in seinem Testamente ein Kapital von 2350 fl. (?)
mit der Bestimmung, dass die davon abfallenden
Zinsen jährlich unter arme Lehrjungen zur Erlernung
eines ehrlichen Handwerks in der Art vertheilt wer-
den sollten, daß davon die Gebühren für das Ein-
und Ausschreiben sollten bestritten werden. Diese
Wohlthat haben bisher viele hundert arme Lehrjungen,

ohne Unterschied des Handwerks, genossen, und viele
Hunderte werden sie noch in Zukunft genießen.
4.)  Neue Ansprüche auf den Dank der hiesigen
Ortsarmen und aller gutgesinnten Einwohneri
erwarb sich ein Mann, dessen Andenken noch immer
im Segen unter den sämtl. Pfarrgenossen ruht, der
im Jahr 1804 den 13 t. September verstorbene
bestverdiente Meßner und Schullehrer Johann
Georg Kraeutlein, welcher dem hiesigen Gottes
hause in seinem kurz vor seinem Tode errichteten
Testamente 950 fl. (?)mit dem Beisatz vermachte,
daß die von diesem Capital  eingehenden Zinsen
jährlich unter die hiesigen Ortsarmen ver-
hältnißmäßig vertheilt werden sollten.
5.) Auf die hiesigen Schulen giengen von wohl-
thätigen  Vermächtnissen nicht leer aus. Im Jahr
1790 den 7 April stiftete der damalige Pro-
dechant und Pfarrer Schätzler ein Legat von
100 fl. (?) und bald darauf auch die Mühlenbesitzerin
Hofmann ein dergleichen von ebenfalls 100 fl. (?)
zu dem Endzweck, daß die davon abfallenden Zinsen
zur Anschaffung von Schulbüchern für arme Schul-
kinder sollten verwendet werden.

                                         VII.
            Besitzungen und Rechte der Pfarrei.
Zur Pfarrei gehören 30 ¼ Morgen Acker, 4 ½ Tagwerk Wiesen,
und 2 Gärten am Hause, nämlich ein Gemüsegarten und
ein kleiner Baumgarten. Von den Wiesen liegen 3 in
dem Unterasbacher Grund, sind schlecht und haben
größtentheils saures Futter.
Dann hat die Pfarrei auch zwei Lehen.
1.)    einen Acker von 3 Morgen im Weidach gelegen,
welchen dermalen der Mühlenbesitzer Georg
Michael Hauck besitzt;  gibt bei Veränderungs-
fällen dem jedesmaligen Pfarrer Handlohn
von zehn Gulden Einen, entrichtet ferner 12 Mez,
Korn und 45  -?- -?- für zwei Hennen zur Pfarrei.
2.)    den Pfarrwiddamt – Hof Nr. 1 zu Oberasbach.
Von diesem Hof geben die ältern Pfarrbesoldungs-
bücher folgende Nachricht: „So dieser Hof verkauft
wird, so kommt auf das Handlohn von zehn Gulden
einer, stirbt der Bauer, so gehört dem Pfarrer
von Zirndorf neben dem Sterbehandlohn, das
beste Stück des Anspannes, bei dem Tode der
Bäuerin aber, ohne Sterbehandlohn, die beste
Kuh. Dieser Hof ist durchaus zehntfrei, und gibt
zur Pfarrei Zirndorf jährl für 2 Hennen
Käß und Eier 2 fl. (?) 46 (?) 3 (?), zahlt dem Pfarrer

oder Kaplan jährlich bei der Kirchweihpredigt für
eine Mahlzeit 2 fl. (?) und dem Schulmeister und den
Schulkindern 1 fl. (?) 30 – ? –
Dieser beträchtliche Hof wurde im Jahr 1818 mit
Bewilligung des damaligen Pfarrers, Dekan Papst
zerschlagen, und bei dieser Gelegenheit das soge-
nannte  Besthaupt abgelöst und in eine fixierte
jährl. Abgabe von 6 fl. (?) verwandelt.
Dieser beträchtliche Hof wurde im Jahr 1818 mit
Bewilligung des damaligen Pfarrers, Dekan Papst
zerschlagen, und bei dieser Gelegenheit das soge-
nannte  Besthaupt abgelöst und in eine fixierte
jährl. Abgabe von 6 fl. (?) verwandelt. Auch ward aus-
drücklich in dem Vertrage bestimmt, dass sowohl
von dem bleibenden Stammgut, als von allen her-
kömmlich und beurkundet sind, auch künftig entrichtet
werden müßen.
Obgleich nun Herr Papst bei dieser Hofzertrümmerung
die Gerechtsame (?) der Pfarrei für sich und seine
Amtsnachfolger, dem Anscheine nach, verwahret hat;
so wurde doch durch die Dismembration dieses schönen

Hofes der Pfarrei auf alle nachfolgenden Zeiten
ein empfindlicher Nachtheil zugefügt. Als Stammgut ist
nur so viel geblieben, daß ein Besitzer mit Familie
sich nur zur Noth darauf fortbringen kann, weil die
besten Grundstücke vom Hof getrennt worden
sind, und daher werfen die Handlöhner das bei
weitem nicht mehr ab, was sie vor der Zerschlagung
getragen haben. Auch die Gebäude sind seitdem
unter 2 Besitzer getheilt, und aus dem ehemaligen
herrlichen Hofe sind jetzt zwei kleine Gütlein
geworden.

                                VIII
                     Lasten der Pfarrei.
Die auf der Pfarrei ruhenden Verbindlichkeiten und
Lasten bestehen in folgendem:
1.    zum K.Rentamt Fürth hat die Pfarrei jährlich
zu entrichten 87 fl. (?) 42 ¾ -?- Steuer.
2.)  zum K.Rentamt Cadolzburg wegen des Zehenten
zu Wintersdorf 26 fl. (?) 23 ¾ -?- Dominicalsteuer
3.)    50 fl. (?) Canon zur K. Administration der allgemei -
nen Pfarr – Unterstützungs – Anstalt z Nürnberg
4.)    36 fl. (?) 19 -?- Procentbeiträge zur Pfarr – Unter-
stützung und Wittwenkasse daselbst.
5.)  Vier - ? – Nürnberger - ? – Korngült an den

Magistrat zu Nürnberg.
6)    4 fl. (?) 12 –? - zum Rentamt Fürth für 10 Klafter
Besoldungsholz.
Hierbei sind die Beiträge zu den Kreis und Ge-
meinde – Umlagen nicht in Ansatz gebracht worden.

                                    IX.
                         Pfarr - Chronik.
Den Pfarrort Zirndorf sowohl, als manche einge
pfarrten Orte, haben in ältern und neuern Zeiten
manche Unglücksfälle und andere Ereignisse getroffen,
die wohl in dieser Beschreibung aufbewahrt zu wer-
den verdienen.
Im Jahre 1532 brach eine fürchterliche Feuersbrunst
dahier aus, bei welcher der halbe Ort, darunter auch
das Pfarrhaus, in die Asche gelegt wurde, und mit dem
letztern auch die Registratur und die darin befindlich
gewesenen Dokumente und Urkunden verbrannten.
Von diesem Unglück schreibt Pfarrer Craemer in
seinem erwähnten Pfarrregister vom Jahr 1578
folgendes: „Vor 46 Jahren ist hier eine große
Brunst geschehen, da neben dem halben Dorf auch das
Pfarrhaus zu Grund gegangen und zugleich das rechte
Pfarrregister verbrunnen u.s.w.“

Ein ähnliches trauriges Schicksal hatte Zirndorf 100 Jahre
sspäter im 3o jährigen Kriege, da es 1632, eingeschlossen
in Wallensteins festes Lager, fast gänzlich eingeäschert
und die ganze Gegend schrecklich verheert wurde.
Im Jahre 1732 den 20 t. Juni Nachmittags 12 Uhr
kamen über 200 Salzburger Emigranten im hiesigen
Orte an, und fanden auch hier  die rührendsten Beweise
der innigsten Theilnahme an ihrer unverdienten
Vertreibung. Der damalige Geistliche, Prodekan
Heinrich Sigmund Faber, ging ihnen mit dem zweiten
Geistlichen und der Schuljugend, in Begleitung einiger
Beamten von Kadolzburg und der angesehensten
Gemeindeglieder bis vor den Ort entgegen, be-
willkommte sie in einer kurzen Ansprache, und führte
sie hierauf im feierlichem Zuge unter Glockengeläute
und Absingen des Liedes: Von Gott will ich nicht lassen
in die Kirche, woselbst von der zahlreich versammelten
Gemeinde der erhebende Gesang: Sey Lob und Ehr
dem höchsten Gut unter allgemeiner Rührung
angestimmt wurde, worauf der würdige Faber eine
ermuthigende Rede über die Worte: Matth.24.13
Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig,

hielt, nach deßen Endigung das Lied: Wer Gott ver-
traut hat wohl gebaut gesungen und der Segen
gesprochen wurde. Nach geendigter kirchlicher Feier
fanden diese standhaften Bekenner des Evangeliums
die liebreichste Aufnahme unter den hiesigen Einwohnern
wurden von ihnen stattlich bewirthet und setzten des
andern Morgens unter den rührendsten Segens-
wünschen ihrer evangelischen Mitbrüder ihre Reise
in das Brandenburgische weiter fort. Wie laut
und allgemein sich die Theilnahme der hiesigen Pfarr-
gemeinde an dem Schicksal dieser Glaubenshelden
ausgesprochen habe, geht unter andern auch daraus her-
vor, daß die zu ihrem Besten am nächsten 3 t. Trini-
tatis Sonntag veranstaltete Kirchen Collecte die
ansehnliche Summe von 65 fl. (?) 2 – ? – ertragen hat.
Am 24t. Juli des gedachten Jahres Mittags nach 12
Uhr, kamen abermals 220 solcher Salzburger Emig-
ranten dahier an, und wurden auf dieselbe feierliche
Weise empfangen. Der wackere Faber holte sie unter
der eben gemeldeten Begleitung vor dem Ort ein, richtete
einige Bewillkommensworte an sie, und führte sie
unter dem Gesang: Wer nur den lieben Gott lässt
w alten u.s.w. und Läutung der Glocken in die

Kirche. Hier wurde das Lied : Auf meinen lieben Gott
gesungen, hierauf von dem seeligen Faber eine Rede
über 1 Joh.5; 20,21 Wir wissen aber etc. gehalten, und
nach dem Gottesdienste für ihre weitere Verpflegung
gesorgt.
Im Herbst des Jahres 1732 wurde fast ganz Franken,
besonders das Amt Cadolzburg und namentlich auch der
hiesige Ort durch eine ungeheuere Ueberschwemmung in
Angst und Schrecken versetzt. Nachdem es am 29 Sept.
den ganzen Tag über stark geregnet hatte, fieng es
Abends 7 Uhr an zu blitzen und vor ferne zu donnern an.
Blitz und Donner kamen immer näher und immer stärker,
und gegen 9 Uhr erfolgte ein heftiger Blitz und Schlag,
worauf das Waßer, wie bei einem Wolkenbruch,
eine halbe Stunde lang in Strömen herabfiel. Der von
Banderbach durch Zirndorf fließende Bach schwoll der-
maßen an, daß die daran stehenden Häuser völlig
unter Waßer gesetzt und die darüberführenden
Brücken und Stege sämmtlich von der Gewalt des Waßers
mit fortgerissen wurden, und die an dem Bache wohnenden
Leute nur darauf bedacht nehmen mußten,
ihr Vieh zu retten. Gegen Mitternacht ergoß sich das
Waßer, gleich einem reißenden Strome, in den hiesigen
Bibertgrund auf eine so schnelle und entsetzliche Weise,
daß es nicht nur die hiesige große Brücke nebst dem

hohen Oberasbacher Steg weggerißen, sondern auch an den
beiden Mühlen zu Leichendorf und Zirndorf großen
Schaden angerichtet hat. Des hiesigen Mühlenbesitzers
Hofmann mit Futter und Getreide ganz angefüllt
gewesene Scheune stürzte zusammen, und an Mühl-
werkern, Gärten, Wiesen und Feldern wurde nur
allein diesen beiden Müllern ein Verlust von etlichen
1000 fl. (?) verursacht, im ganzen Amte Cadolzburg aber
der Schaden gegen 100.000 fl. (?) angeschlagen. Noch größere
Verheerungen hat diese fürchterliche Ueberschwemmung
in der Umgegend, besonders in der Stadt Schwabach an-
gerichtet, woselbst mehrere Häuser eingerißen wurden,
und zugleich viele Viehgattungen und auch etliche
Menschen den Tod fanden. Bei dieser außerordentlichen
Waßerfluth war es für Zirndorf ein besondres Glück,
daß der große Weiher bei Weiherhof (der aber jetzt
eingeebnet ist) einige Wochen vorher abgezogen und
beinahe gänzlich abgelaufen war. Wäre er noch ge-
füllt gewesen, so würde ohne Zweifel der Damm durch-
brochen und durch die reißendende Fluth der ganze
untere Theil Zirndorfs verwüstet worden seyn.
Schon im darauffolgenden Jahr 1733 den 29 t.
Juli traf den hiesigen Ortsflur ein großes
Hagelwetter, wodurch, außer dem  Winterbau,

der schon größtentheils eingeerntet war, alle noch auf
dem Felde gestandenen Sommerfrüchte gänzlich nieder-
geschlagen wurden. Der damit verbunden gewesene
heftige Sturm hat zugleich auch an den Obst u. Wald-
bäumen beträchtlichen Schaden angerichtet, und auch
an dem hiesigen Kirchthurmdach an der Morgenseite
ein großes Stück abgerißen und durch das Herab-
stürzen der vielen großen Hohlziegel das lange
Kirchendach an etlichen Orten stark beschädiget.
  Im Jahr 1747 den 26 t. Juni Nachmittags 5 Uhr
Sind, dem augenblicklichen Vermuthen nach durch
eingelegtes Feuer zwei Bauernhöfe und 3 Scheunen
in dem eingepfarrten Orte Unterasbach abgebrannt.
Dieß Unglück traf den Bauer Johann Peter, in
deßen Schweinstall das Feuer auskam, der nebst
dem daranstoßenden Georg Schopper, dem ältern,
Haus und Scheune verloren hat. Die Scheune der
verwittweten Barbara Eberlein wurde eben-
falls in die Asche gelegt, das Wohnhaus aber noch
mit genauer Noth gerettet. Etliche Wochen darauf,
nämlich Sonnabends, den 19 Jul. Vormittags gegen
9 Uhr, enstund abermals daselbst eine Feuersbrunst,
wodurch des Georg Schopper, des jüngern, Wohnhaus

und Stadel, nebst dem Stadel des Jocob Rebelt in
Rauch aufgiengen. Der Verdacht dieser doppelten
Brandstiftung fiel wegen ein und anderer Um-
stände auf ein bei Johann Peter dienendes
Kindsmädchen von 12 Jahren, das als äußerst bös-
artig bekannt war. Dasselbe wurde sogleich zum
Richteramte Roßstall abgeführt, woselbst es nach
angestelltem Verhör bekannte, dass es beide Male
das Feuer eingelegt habe. Welche Strafe der jungen
Verbrecherin zu Theil wurde, und wie sie geheißen
habe, habe ich nicht erfahren können.
   Im Jahre 1747 wurde die Messners Wohnung
neu erbaut, und zwar, auf einem Regierungsbefehl
an das Oberamt Cadolzburg, nur  1 Stockwerk hoch.
Der damalige Messner Kraeutlein kam zwar bittlich
um die Bewilligung zu einem zweistöckigen Haus-
bau ein, was aber höheren Orts nicht genehmiget
wurde. Nach dem mitgetheilten Riß wurde nun
sogleich der Grund zu dem neuen Bau gelegt, und
dazu eine beträchtliche Streckee des Kirchhofes benützt,
weßhalb die ganze Pfarrgemeinde, aus Besorgniß,
es möchten verschiede Leichname ausgegraben
und der ohnehin nicht allzu große Begräbnißplatz

verengt werden, sich mit der Bitte an die vorgesetzte
Behörde um Veränderung des Bauplatzes wendete, und
zugleich das Anerbieten beifügte, daß sie sich ver-
bindlich mache, die auf die Grundlegung bereits ver-
wendeten Kosten von 40 fl. (?) 15 -?- zu vergüten. Durch
die Bewilligung dieses Gesuches geschah es, daß, weil es an
einem anderweiten Bauplatz mangelte, ein Theil
des Pfarrgartens zu der neuen Meßners Wohnung ver-
wendet wurde. Der Bau wurde übrigens noch im
Jahr 1748 unter Dach gebracht.                                Gedächtniß des
Nach einem Consistorial Rescript (?) wurde das vor 100 Jahren
geschlossenen Westfälischen Friedens am 22 Sonntag
n. Trinit. erneuert.
   Im Jahr 1750 den 11 Juli in der Nach(t)  vom Sonnabend
auf den Sonntag entstund in der zwischen hier und Stein
liegenden neuen Mühle ein unglücklicher Brand, der
in der Sägemühle – auf welche Weise ist unbekannt –
ausbrach, und wegen Mangel an Leuten bald das da-
nebenstehende große Mühlgebäude selbst ergriffen und
auf eine klägliche Art in die Asche gelegt hat. Doch ist
das Nebenhaus nebst den Stallungen und dem Stadel
noch gerettet worden.
   Im Jahr 1752 d. 26 Jul. Abends gegen 8 Uhr schlug
der Blitz abermals, wie schon im Jahr 1741 d. 15 August

geschah, in den hiesigen Kirchthurm und richtete, be-
sonders an dem Gebälke, einigen Schaden an, ohne
jedoch zu zünden.
   Im Jahr 1754 stiftete eine ehrbare Kaufmanns-
Wittwe, Katharina Maußner, in Nürnberg, eine
hübsche Orgel in die Filialkirche Oberasbach, welche
am Sonntage  Quasimodog. zum erstenmal ge-
spielt wurde.
    In demselben Jahre 1754 kann der damalige Pfarrer,
Prodekan Faber höhern Orts mit der Bitte ein,
daß der Abfall des in dem Brandweinhause des
herrschaftl. jetzt Kleinl. Bräuhauses laufenden
Waßers in dem Pfarrhof, der nur einen Zieh-
brunnen mit schlechtem Waßer hat, möchte gelei-
tet werden. Diese Vorstellung wurde bewilligt.
Die Kosten zu dieser Waßerleitung wurden von
der Kirchenpflege bestritten. Am 26 Septbr
des gedachten Jahrs fieng das Waßer zum ersten-
mal zu laufen an.
    Im Jahr 1755 den 2 t. August früh um 3 Uhr
brach in der Scheune des sogenannten Bachbauerns
Johann Wolfgang Meier dahier, wahrscheinlich durch Fahr-
lesigkeit des Gesindes beim Dreschen, ein gefahrlicher
Brand aus, wodurch dieselbe völlig in die Asche gelegt,

fernere augenscheinliche Gefahr aber abgewendet und
das Wohnhaus erhalten wurde, sowie auch die übrigen
benachbarten Häuser verschont geblieben sind.
    Zum Andenken des am 25 Septbr 1555 in Augsburg
glücklich bevestigten Religionsfriedens, wurde auch hier,
wie im ganzen Lande, am 21 Sptbr 1755 ein öffentliches
Dankfest gefeiert.
   Im Jahre 1766 den 3 August schlug ein schweres Ge-
witter abermals in dem hiesigen Kirchthurm ein,
und richtete beträchtlichen Schaden an. Von diesem
unglücklichen Ereigniß und der dadurch nothwendig
gewordenen Reparatur macht der damalige Pfarrer,
Prodekan Zindel, nachstehende Beschreibung:

Anno 1766 Sonntags den X p. Trin. den 3 August
Mittags um 1 Uhr ist bei einem schweren Ungewitter
ein von Gott verhängter feuriger Strahl oben am
Stiefel in unseren Kirchthurm gefahren, hat nicht nur
die Helmstange auseinander getrieben, sondern ist,
auch unten am Gesimse in die Kirche eingedrungen,
hat das ganze Schnitzwerk an der großen Orgel
wirklich angezündet, dass das helle Feuer zu sehen
war, so aber gottlob bald wieder gelöscht worden

ist. Durch sothanen (?) betrübten Vorfall ist besagter
unser Thurm auf das äußerste beschädigt und nach ge-
nommenen Augenschein von weltlichen Amt für nöthig be-
funden worden, den herrschaftlichen Thurmdecker Christian
Braunwald zu Hennebach die Arbeit zu veraccordiren,
welcher den 12 Septbr besagten 1766 Jahres damit
angefangen, und in soweit geendiget, daß der große
Knopf wieder aufgesetzt worden, deme gegenwär-
tige Schrift nebst den beeden ältern Inscriptionen
renovirter in einer kupfernen Kapsel einge-
schloßen wurde.
So geschehen unter der glorqwürdigsten Regierung Seiner
Römisch Kaiserlichen Majestät Josephi II im  2 ten Jahr,
unter der preiswürdigsten Regierung Sr Hochfürstl.
Durchlaucht unsers Herrn Markgraf Christian
Friedrich Carl Alexander im zehnten Jahr, da
Herr Friedrich Carl Freiher von Falkenhausen
Oberamtmann, Herr Joh. Friedrich Herbst Castner,
Herr Georg Hertel Richter zu Cadolzburg, dahier in
Zirndorf ich Joh. Andreas Zindel  Prodecanus und
Pfarrer, Herr Joh. Jacob Steinhaeuser Diaconus,
auch Joh. Gg Otto und Johann Laemmermann Heiligen-
pfleger waren.

Der Name des Herrn sey  gelobet, der diese gefährliche Arbeit
ohne Schaden und Unglück hat vollenden laßen; er wolle
auch ferner mit seiner Gnade und mächtigen Schutz über
unsere Durchlauchtigste gnädigste Landesherrschaft mit allen
Dero Räthen, Amtleuten und Dienern; er wache mit seinem
Vaterauge besonderlich über die dießortigen und einge-
pfarrten lieben Pfarrgemeinen und unser werthes Gottes-
haus, und verleihe immerdar Friede zu unsern Zeiten,
und daß seine Gnade stets bei uns bleibe, so lange
wir leben. Amen.
                        Zirndorf den Oktober 1766.

Im Jahre 1782 gerieth – unbekannt wie – das Bauern-
haus im hiesigen Bräuhause in Brand, und wurde wegen
Waßermangel in Asche gelegt. Im Jahre 1781, den 9. Mai fuhr
der Blitz in die Scheune des Bäckermeisters Rau
dahier und legte sie ebenfalls in Asche.
  Im Jahre 1783 am Tri. Sonntage Abends zwischen
7 u. 8 Uhr zog ein schweres Gewitter über den hiesigen
Ort und setzte die Einwohner in Schrecken. Ein ganz
Besonderer, der Aufbewahrung wohl werther, Fall
Begegnete bei diesem schweren Hochgewitter dem
Bauer Joh. Wolfgang Meier, dessen Scheune im
Jahr 1755 gänzlich abgebrannt war. Ein heftiger

Strahl fuhr in deßen Wohnhaus, traf ihn selbst als er eben
die Bodentreppe herabgehen wollte, mit solcher Gewalt,
daß er nicht nur besinnungslos niederstürzte, sondern
daß ihm auch der Blitz des in den Beinkleidern gehabte
Geld schmelzte, und alle angehabten Kleidungsstücke
und selbst das Hemd gänzlich versengte. Der ihn gleichsam
am bloßen Leibe streifende Strahl erschlug gleich unter
ihm im Stall ein Pferd; der so stark beschädigte Mann
erholte sich aber wieder, und lebte nachher noch 23
Jahre. Der Sohn desselben, der jetzt den Hof besitzt,
verwahrt noch gegenwärtig die verbrannten Klei-
dungsstücke seines, wie durch ein Wunder geretteten
Vaters. Bei eben diesem fürchterlichen Hochge-
witter schlug der Blitz auch in den hiesigen Kirchthurm,
zerschmetterte ihn gänzlich und richtete an dem-
selben solche Verheerungen an, dass der ganze
Thurm, der vorher 4 kleine Nebenthürme
hatte, abgetragen und ganz neu aufgeführt werden
mußte. Diese gefährliche und langwierige Arbeit
wurde dem Thurmdecker Wackerroth von Ansbach
und einem Zimmermann aus Kl. Heilsbronn über-
tragen, die sie nach mehreren Jahren glücklich zu
Stande brachten. Im Jahr 1788 wurde der gegen-

wärtige schöne und solide Thurm fertig, und zugleich, um
einem ähnlichen Unglück vorzubeugen, wie die Kirche
selbst mit einem Blitzableiter versehen.
   Im Jahre 1796 schlug der Blitz in das Haus des Schuhmacher-
meisters Burkas dahier, tödtete eine Kuh und be-
schädigte deßen 9 jährige Tochter auf der rechten Seite
vom Kopf bis zum Fuß dergestalt, daß ihr alle Kleidungs-
stücke am Leibe versengt wurden. Das Kind lebte jedoch
nachher noch dritthalb Jahre.
   Im Jahr 1816 überzog ein fürchterliches Hagelwetter
die Fluren von Oberasbach bis über Stein hinaus und
schlug die sämmtl. Feldfrüchte zu Boden. Der damit ver-
bunden gewesene heftige Orkan richtete auch in
den Waldungen große Verheerungen an.
    Im Jahr 1822 den 1 t. April Nachts 11 Uhr kam in
dem Kleinschen Bräuhaus dahier unvermuthet Feuer
aus, welches, trotz aller menschlichen Anstrengung,
dieses ansehnliche Gebäude nebst dem Wohnhause gänzlich
in Asche legte. Viele benachbarte Häuser und selbst
unsere Kirche, waren bei diesem Brand in großer
Gefahr.
   Im Jahr 1829 Sonntags den 28 Juni Nachmittags vor
2 Uhr wurde bei einem schrecklichen Gewitter der

hiesige Schuhmachermeister Gg Matthäus Jordan,
in seiner Stube am Fenster sitzend und in einem
Gebetbuche lesend, dergestalt vom Blitz getroffen,
daß er auf der Stelle todt blieb, und alle Rettungs-
mittel fruchtlos waren. Vier Personen, die mit ihm
in der Stube waren, blieben unbeschädigt. Dasselbe
heftige Gewitter schlug gleich nachher in ein benach-
bartes Judenhaus ein, doch gottlob beidemale ohne
zu zünden.

     X.
                           Dorfsflur.
Die hiesige Dorfflur erstreckt sich nach ihren Grenzen :
a.)    gegen Norden an die Dambacher Flur und den
Fürther Gemeindewald.
b)    gegen Süden an die neue Hochstraße bei der
     Oberasbacher Höhe.
c)    gegen Osten an einen Theil der Rednitz und der sich
           in diese ergießende Bibert.
d)    gegen Westen an die Banderbacher und Leichendorfer
Felder.  

Als besondere Namen der Fluren sind anzugeben :
Die Weinleite, Lunzenlohefeld, Schwabengarten,
Geisleite, Hühnerbüchel, Koppenleiten, Vogelheerd.
Hannslach, Hammerschlag, am See, Pfarrleite, in
der Klinge, am Geschwell, vorderes Altfeld, hinteres
Altfeld, Schwarz Acker; Hängenfelder, Bislohe.
   Von den Gehölzen sind zu bemerken :
Das Bergholz, der Hensenberg und das Nonnen-
            holz.
            ***************

Der Hl (?) Fischer Mößner, ist in Zirndorf 24. Jahr gewesen, und den 23. Merz 1830 gestorben.
Der Hl (?) Kantor Weigel, ist den 1. Oktober 1830. von Altdorf nach Zirndorf gekommen, an diese Stelle.
Der Hl. (?) Kantor Meier, ist den 26. Merz. 1824. von Lauf nach Zirndorf gekommen, an die erste Schulstelle.
Hl. (?) Rohn (?), kam Mitwoch den 27. März 1839. von Hellmitzheim nach Zirndorf an die Weigelstelle
Montag den 18. Dezember 1837. Der Hl. (?) Weigel von hier nach Gostenhof gezogen.

Der 2.Herr Pfarrer Esper, ist im Lichtmeß 1818. von Rügland nach Zirndorf hieher gekommen
und nicht Ganze 15. Jahr hier gewesen : Den 3. Januar 1833, ist er nach Altdorf
gekommen. Als Erster Hl. (?) Pfarrer und Dekan.
Herr Dekan Seiffert, ist in 22 Mai 1822.hieher gekommen, Alter 71 ¾ Jahr, und den 23. August 1832 gestorben.
  Beerdigt Montag den 27. August
Herr Dekan Ebermeier, ist den 14. Mai 1833. von Dietenheim nach Zirndorf gekommen
und mit allen Glocken geläutet worden. Und starb Donnerstag den 5. März 1840.
Früh 1 Uhr. Beerdigt Montag den 9. März Nachmittag. Hl. (?) Pfarrer Schmidt die Predigt gethan. 1. Corinth. 13
12.13.Vers Lied 250. 451. 483. Alter 70. Jahr. Hl. (?) Pfarrer Kraußold v. Fürth Grabred gethan. Hl. (?) Verweser Krieg - ? –
Der 2. Herr Pfarrer Schmidt. ist den 3. Julius 1833. von Egenhausen nach Zirndorf
gekommen, und mit Allen Gloken geläutet worden.

 

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1832. Donnerstag den 17. Mai Abens nach 11. Uhr. ist in der Zirndorfer Mühle die Säg abgebrant
In Altenberg 1832. Mitwoch den 23. Mai Früh nach 7. Uhr, bei Leonhard Bauer, die Scheuern
und bei Lämmermann, die Scheuern und das Große Haus, und die Beuglers Scheuern abgebrant.
Im Jahr 1832. den 5. Juni, Dienstag Nachmitag nach 3. Uhr, hat ein Wetter den Bauern
Schwarz, von hier, auf dem Felde Draus, zwei Pferd erschlagen.
1834. Donnerstag den 8. Mai an Himmelfarthsfest Früh 7. Uhr, bei den Wirth Ekstein
in Altenberg die Scheuern abgebrandt.
Samstag den 8. Dezbr 1838. Abens nach 8. Uhr kam Feuer aus bei der Rödlin (?), und ist gerettet worden.
Montag den 5. August 1839. Nachts nach 12. Uhr kam Feuer aus bei der Weinschenkin das Holz im Hof.
und wurde gerettet, ¾ Stund später bei den Wirth Meier. hinten Haus das Holz und wurde gerettet.
eine halbe Stund später bei den Vogler das Holz an der Scheuern und verbrant die Scheuer ab, dahier.
den 6. August früh 3. Uhr

Zum Andenken
von
Johann Christoph Friedrich Seiffert,
Candidatur Philologiae.
1832.