Konfirmandenarbeit in Coronazeiten – was geht und was nicht?

Pfarrerin Eva Wolf
Bildrechte: Eva Wolf

Seit Mitte Oktober letzten Jahres ist ein Konfirmandenunterricht in Präsenz nicht mehr möglich. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben sich seither nicht mehr in der Gruppe gesehen. Zunächst ist der Unterricht ausgesetzt worden, in der Hoffnung nach den Weihnachtsferien mit niedrigen Inzidenzzahlen wieder beginnen zu können. Dann die Ernüchterung: die Zahlen gingen nicht runter, sondern Deutschland rutschte direkt in die dritte Corona-Welle. In Absprache mit den Jugendlichen und den Eltern wurde daher beschlossen, die Konfirmation in den Herbst zu verschieben. Seit März läuft der Unterricht zweigleisig ab: im Wechsel Arbeitsaufträge für daheim in Einzelarbeit und gemeinsame Videokonferenzen.
Das ist alles andere als ideal, weil es genau die Arbeitsweisen aufgreift, mit denen die Jugendlichen seit Monaten von der Schule her belastet sind. Da bleiben Ermüdungserscheinungen und das Gefühl der digitalen Übersättigung nicht aus.
Auch für mich als Unterrichtende ist die Form des digitalen Unterrichtens nicht gerade erfüllend: auf schwarze Kacheln schauen (da die meisten ihre Kamera ausgeschaltet haben), der Kampf mit technischen Schwierigkeiten, methodische Beschränkungen.
Vieles bleibt da auf der Strecke: Gemeinschaft erleben, Spontanität, ungezwungene Gespräche zwischendurch, Lachen und Spaß haben. Nicht zu vergessen das fehlende Konfirmanden-Wochenende.
Da ist es erstaunlich und erfreulich zugleich, dass manches unter diesen Umständen auch gut gelingt: Nach der gemeinsamen Beschäftigung mit dem Vaterunser haben die Konfirmanden und Konfirmandinnen eine Bitte ihrer Wahl als Bodenbild umgesetzt, mit Hilfe von Spielzeug, Alltagsgegenständen usw., und ihre Gedanken dazu festgehalten. Dabei sind interessante Werke entstanden.

 

Es sind herausfordernde Zeiten, in denen Konfirmandenarbeit gestaltet werden muss. Wir alle hätten uns eine unbeschwerte Konfizeit gewünscht - gerade für die Jugendlichen, für die dies oft eine einmalig prägende Zeit ist. Wir versuchen das Beste aus den Bedingungen zu machen und geben die Hoffnung nicht auf, dass wir uns im Frühsommer vielleicht doch „in echt“ treffen können.
Pfarrerin Eva Wolf

 

 

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